"Cevenas"

 

Die Cevennen oder seltener Sevennen (französisch Cévennes, okzitanisch Cevenas) sind der südöstlichste Teil des französischen Zentralmassivs. Karstgebirge mit engen, steilen Schluchten und Hochebenen prägen die Landschaft. Montane und mediterrane Flora und Fauna gehen ineinander über.

 

Die Cevennen liegen, grob betrachtet, südlich einer Linie zwischen Mende und Montélimar, westlich des Rhonetals und östlich der Autobahn 75. Im nördlichen Teil (Département Lozère) ist das Klima vorwiegend atlantisch und feucht-kühl, südlich des Mont Aigoual (Départements Gard und Hérault) herrscht dagegen trocken-warmes Mittelmeerklima vor.

 

Die ältesten bislang entdeckten Spuren menschlicher Besiedlung datieren um 40.000 v. Chr. Aus der Zeit zwischen 3500 und 2500 v. Chr. gibt es zahlreiche Baudenkmäler wie Steinkreise und Hünengräber. Der Geograph Strabon beschreibt die Cevennen (cemmene) im 1. Jahrhundert n. Chr. als 350 km langen Gebirgszug zwischen den Pyrenäen und Lyon. Aus der nachfolgenden gallo-römischen Zeit gibt es zahlreiche Besiedlungsnachweise in Form von Münz- und Gräber-Funden. Im Mittelalter muss es in den Cevennen ein Bistum namens Arisitum gegeben haben, das einmal unter die Herrschaft der Westgoten, einmal unter die der Franken und schließlich unter maurische Herrschaft geriet. Wahrscheinlich lag der ehemalige Bischofssitz auf dem Gebiet der heutigen Stadt Le Vigan. Vom 13. Jahrhundert an erhielten verschiedene Städte eine beschränkte Selbstverwaltung (syndicat perpétuel), darunter Florac, Trèves und Sumène.

 

Vom 16. bis 18. Jahrhundert waren die Cevennen das Zentrum einer gewaltsamen Auseinandersetzung um die Freiheit des evangelischen Glaubens (Kamisarden-Kriege). Daraus habe sich eine tief verwurzelte Grundhaltung für Freiheit und Selbstbestimmung entwickelt, so lautet eine in der Region gerne vertretene These. Ein Beleg dafür: Ende des Jahres 1851, nach seinem Staatsstreich, ließ Louis-Napoleón Bonaparte („Napoleón III.“) die Franzosen über eine Verfassung abstimmen, die ihm diktatorische Vollmachten gewähren sollte. Nur eine Minderheit von 8,5 Prozent lehnte dies landesweit ab, in den Cevennen dagegen eine Mehrheit, zwei Kommunen im Lozère lagen an der Spitze mit mehr als 85 % Ablehnung. Ein anderer Beleg: der Widerstand gegen die deutsche Besatzung 1940–1945, denn auch hier spielten die Cevennen eine zentrale Rolle als Rückzugsgebiet für deutsche Nazi-Gegner und für Juden. 800 bis 1000 Juden sollen hier Zuflucht gefunden haben.

 

Mit dem Niedergang der regionalen Wirtschaft verloren die Cevennen zwischen 1846 und 1975 mehr als zwei Drittel ihrer Bevölkerung. Seit den 1980er Jahren nahm die Einwohnerzahl allmählich wieder zu. Zunächst wanderten junge „Aussteiger“ ein, die dem bürgerlichen Leben entfliehen wollten. Dann entdeckten Menschen aus Nordfrankreich und dem Ausland die Schönheit der Landschaft und legten sich hier ihre Zweit- oder Alters-Wohnsitze zu. Und schließlich drängte (und drängt) es mehr und mehr Menschen aus den nahen Großstädten (v. a. aus dem schnell wachsenden Montpellier) in die bergige Provinz, denen das Wohnen in der Stadt zu teuer geworden ist.

 

 

Speisekarte                                                                           (Text: aus Wikipedia)